Dienstag, 19. März 2019

Ein seltsamer Teich




Ein seltsamer Teich

Umringt von Unkraut    und Geäst
stehendes Wasser     steigt nicht noch wogt
Bäume wachsen,     blauen Gewässers
bergender Wall.

Wer wartet dort,    wenn nicht du
Sinnend auf Seelen,    sinnend auf mich?
Wie du mich schlägst    mit Schmerzen und Wahn
Was soll ich schauen?

Finsternis fällt    vor meine Augen
Ich weise mir dennoch    den Weg hin zum Teich
Dich Dirne zu fassen!    Doch vor dir im Dunkel
tauchen sie alle:

Söhne sinken    in den Sumpf
Sterben staunend    in das Nichts
Schwestern steigen    aus dem Schlamm
Zeugen zögernd    sich ins Licht

Schlaf umhüllt mich    und ich weiß:
Staunen, zögern    soll auch ich.



Hr. Syndrom, Sprachwissenschaftler, ist irgendwann in seiner Jugend aus Versehen kreativ geworden und jammert seitdem über alles, was ihn so nervt.
Seine Gedichte bewegen sich irgendwo zwischen Expressionismus, Chiffrenlyrik und altnordischer Skaldendichtung.


Text: Herr Syndrom
Illustration: Leif Günter

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